Informationsveranstaltung NPOG 13.08. – 18 Uhr FanHaus / Kurzbericht Rostock

Wie mittlerweile hoffentlich schon die Meisten mitbekommen haben, stellt sich die Fanszene von Eintracht Braunschweig gegen das neue, geplante Polizeigesetz in Niedersachsen. Da aber vielleicht noch nicht jeder genau weiß, was dieses neue Gesetz für geplante Änderungen enthält und wie sich diese auf jeden Einzelnen von uns auswirken, wollen wir euch gerne darüber informieren. Diesen Part wird euch Rechtsanwalt Andreas Dieler näherbringen, der auch schon bei unserem Workshop für die Stadionverbotler als Referent mitgewirkt hat. Außerdem soll es am 18.08. in Braunschweig und am 08.09. in Hannover auf die Straße gehen. Es gibt also auch hinsichtlich der Demos ein paar Infos bzw. versuchen wir natürlich auch gerne eure Fragen zu beantworten.

Kommt also zahlreich am Montag den 13.08. um 18 Uhr zum FanHaus am Stadion. Wir werden dort für euch wieder den Grill anschmeißen und gegen 18.30 Uhr mit den Vorträgen beginnen. Getränke gibt es selbstverständlich auch, wie immer, zu fanfreundlichen Preisen.

Am Freitag stand dann auch endlich unser erstes Auswärtsspiel in Rostock auf dem Plan. Wir haben uns sicher alle etwas mehr erhofft, wie es sportlich lief brauchen wir an dieser Stelle sicher nicht mehr erwähnen, aber auch für uns Fans gab es ein paar verbesserungswürdige Vorkommnisse. So mussten alle Auswärtsfans am Bahnhof in Rostock parken, um von dort aus mit Shuttlebussen zum Stadion gebracht zu werden. Das wäre natürlich keiner Erwähnung wert, wenn die Fans nicht in den vollkommen überfüllten Bussen, minutenlang, in der prallen Sonne, ohne Klimaanlage und mit geschlossenen Fenstern warten mussten. Das kann und muss man gerade bei diesem Wetter besser organisieren. Zum Glück ist, zumindest unserer Kenntnis nach, keiner zu Schaden gekommen.

Am Stadion bzw. beim Einlass kam es dann zu den nächsten unschönen Erlebnissen. Einige Fans mussten eine sehr extreme Sonderkontrolle über sich ergehen lassen, bei der nicht nur jedes Taschentuch und auch das Portemonnaie auf links gedreht wurden, sondern auch etwas zu gut abgetastet wurde. Bei gezielten Griffen in die Genitalien hört es dann wirklich auf, solche Kontrollen sind nicht zu tolerieren und überschreiten deutlich das Maß des Ertragbaren. Wir als Blau-Gelbe Hilfe haben schon vor Ort dieses Vorgehen deutlich und scharf kritisiert und werden auch im Nachgang noch versuchen dafür zu sorgen, dass bei den Verantwortlichen in Rostock ein Umdenken diesbezüglich stattfindet. Gefunden wurde bei den ganzen Kontrollen übrigens nichts!

Da bekanntlich alle „guten Dinge“ drei sind, berichteten uns auch die Stadionverbotler von unnötigen Maßnahmen gegen sie. So wurde Ihnen vom Einsatzleiter erlaubt den Bereich hinter dem Gästeblock zu verlassen, um sich mit Essen und Trinken versorgen zu können. Leider kam diese Information wohl nicht bei allen Beamten in Rostock an, sodass die Gruppe auf dem Weg angehalten wurde und alle ihre Personalien abgeben sollten, wenn sie weitergehen und sich verpflegen wollen. Ausdrücklich ohne, dass es vorher zu irgendwelchen Zwischenfällen kam. Das Problem mit solchen Maßnahmen ist meistens, dass oft nicht klar ist, was genau gespeichert wird. Oft tauchen einfache Kontrollen später in Dateien ganz anders wieder auf, wo beispielsweise von gesuchten Auseinandersetzungen die Rede ist oder es negativ ausgelegt wird, dass man „ständig auffällig sei und kontrolliert werde“. Die Betroffenen lehnten dankend ab und gingen lieber ohne Verpflegung wieder zurück zum Gästeblock. Wir als Blau-Gelbe Hilfe setzen uns klar für einen fairen Umgang mit Stadionverbotlern ein und hoffen, dass auch dort irgendwann ein Umdenken bei den Behörden, Verbänden und zum Teil den Vereinen einsetzt. Unser Workshop in Braunschweig war ein guter Anfang und ist vielleicht auch ein Anstoß das Thema Stadionverbote neu zu überdenken.

Wir sehen uns am Dienstag vor oder im Stadion – Eure Blau-Gelbe Hilfe!

Fotos: enter-the-pitch.de