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Stellungnahme des Blau-Gelbe Hilfe e.V. zu den Vorfällen während des Heimspiels gegen Hertha BSC

Stellungnahme des Blau-Gelbe Hilfe e.V. zu den Vorfällen während des Heimspiels gegen Hertha BSC

Mit einiger Überraschung haben wir zur Kenntnis genommen, dass sowohl in der medialen Berichterstattung als auch in der Stellungnahme von Eintracht Braunschweig vorschnelle Schlüsse gezogen werden. Gerade da es zwischen Eintracht Braunschweig und den Fanorganisationen einen anderen vereinbarten Weg gibt, enttäuscht dieses Vorgehen uns sehr.

Eintracht Braunschweig reagiere „mit Unverständnis und Verärgerung auf den gestrigen Vorfall in der Südkurve während der Halbzeitpause“.

Es ist sehr zweifelhaft, ob die genauen Auslöser und Vorgänge nach dieser kurzen Zeit überhaupt schon abschließend bewertet werden können. Zumal Vertreter der Blau-Gelben Hilfe als erstes am Ort des Geschehens waren und sich dort eine sehr diffuse und dynamische Situation zeigte.

Es wird angeführt, Eintracht-Fans hätten sich unbefugt Zugang zu mehreren Blöcken in der Südkurve verschafft. Wir stellen uns die Frage, woher man weiß, dass es unbefugte Personen waren, die sich im jeweiligen Block aufgehalten haben? Ist ein Zugang für Choreografien in andere Blöcke für eine kurze Zeit nicht gängige gelebte Praxis und macht diese überhaupt erst möglich?

Weiter wird mitgeteilt, dass „unbeteiligte“ Fans „einschritten“ und laut Eintracht Braunschweig versuchten, Personen aus dem Block zu entfernen. Ein solches Vorgehen ist schon fast ein Garant für weitere Eskalationen. Genau dafür gibt es die Fanbetreuung und uns als Fanhilfe, um kritische Situationen innerhalb des Heimbereiches gewaltfrei zu lösen und nicht weiter eskalieren zu lassen.

Jendrik Pufahl, Vorsitzender des Blau-Gelbe Hilfe e.V.: „Zu einer seriösen Aufarbeitung der Ereignisse gehört, dass man zunächst die Vorgänge beleuchtet, mit Betroffenen spricht und sich ein neutrales Bild über die Situation macht. So lange gilt die Unschuldsvermutung. Vorverurteilungen und vorauseilender Gehorsam gegenüber Ermittlungsbehörden schaden dem Prozess einer ehrlichen und nachhaltigen Aufarbeitung. Es werden Fronten aufgebaut, die wir nicht gebrauchen können!“

Pufahl weiter: „Wir erwarten, um dem Namen „Eintracht“ gerecht zu werden, von den Verantwortlichen die gebotene Neutralität. Wir lehnen eine vorschnelle Kriminalisierung von Eintracht-Fans entschieden ab.“

Weiterhin distanziert sich Eintracht Braunschweig in seiner Stellungnahme vom 29. August vom Einsatz von Pyrotechnik, auch als Stil- und Ausdrucksmittel.

Harald Habekost, Pressesprecher des Blau-Gelbe Hilfe e.V., stellt klar: „Die Verwendung von Pyrotechnik als Stil- und Ausdrucksmittel ist für viele Fußballfans vereinsübergreifend aus einer lebendigen und leidenschaftlichen Fußballfankultur nicht wegzudenken. Allein die Tatsache, dass zahlreiche Stadionbesucher Choreografien, die Pyrotechnik enthalten, eifrig filmen und in den sozialen Medien teilen, spricht eine deutliche Sprache. Auch der Einsatz von Pyrotechnik bis weit nach dem Spiel zur Verabschiedung von Benny als Vorsänger wurde von der noch sehr gut gefüllten Südkurve öffentlich als angemessenes Stil- und Ausdruckmittel getragen.“

Der Blau-Gelbe Hilfe e.V. ruft Eintracht Braunschweig dazu auf, den Weg des Dialogs mit den Fans nicht zu verlassen und auf die vorschnelle Veröffentlichung diskreditierender Stellungnahmen zu verzichten.

Braunschweig, 31.08.2026